Anthropic veröffentlicht Claude Opus 5.5 für komplexe Agenten-Workflows

Anthropic veröffentlicht Claude Opus 5.5 für komplexe Agenten-Workflows

Anthropic hat Claude Opus 5.5 als erstes Modell der neuen Claude-5.5-Familie veröffentlicht. Das Modell soll sich für lang laufende Coding- und Wissensarbeits-Workflows eignen und ist laut Anthropic rund 40 Prozent günstiger als Opus 5.

Yakub Osmanov

Anthropic hat Claude Opus 5.5 veröffentlicht. Das Modell ist der erste Vertreter der neuen Claude-5.5-Familie und richtet sich an komplexe, lang laufende Aufgaben in Softwareentwicklung und Wissensarbeit. Anthropic beschreibt Opus 5.5 als leistungsfähiger als den Vorgänger Opus 5 und rund 40 Prozent günstiger im Betrieb.

Für Entwickler ist vor allem der große Kontext relevant: Claude Opus 5.5 verarbeitet bis zu eine Million Tokens. Damit lassen sich umfangreiche Codebasen, lange Dokumente oder mehrstufige Agenten-Sitzungen in einem Modellkontext bearbeiten. Anthropic nennt als Beispiel eine Migration mit 680.000 Zeilen Code, die ein Tester innerhalb eines Tages abgeschlossen habe. Diese Angabe stammt aus einem Unternehmensbeispiel und ist kein unabhängiger Benchmark.

Über die Claude Platform kostet Opus 5.5 laut der aktuellen Dokumentation 4 US-Dollar pro Million Input-Tokens und 20 US-Dollar pro Million Output-Tokens. Für Cache Reads werden 0,20 US-Dollar pro Million Tokens genannt. Ein schneller Modus ist ebenfalls verfügbar, wird aber separat abgerechnet. Die konkreten Kosten hängen vom tatsächlichen Tokenverbrauch und vom gewählten Zugangsweg ab.

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Opus 5.5 ist über Claude, die API sowie Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Foundry verfügbar. Für bestehende Integrationen gibt es wichtige Änderungen: Der Thinking-Modus kann nicht deaktiviert werden, erzwungene Tool-Nutzung führt bei bestimmten Aufrufen zu einem Fehler, und Thinking-Blöcke sind an Modell und Konversation gebunden. Vor einer Migration sollten Teams deshalb ihre API- und Tool-Aufrufe prüfen.

Anthropic führt außerdem Sicherheitsmaßnahmen gegen Distillation-Angriffe fort. Dazu gehört „preserved thinking“, das API-Nutzern das nachträgliche Editieren des vorherigen Modellkontexts erschwert. Opus 5.5 wird zudem mit Zero-Data-Retention-Option und weiteren von Anthropic beschriebenen Schutzmaßnahmen angeboten.

Für die Einordnung der Kostenentwicklung bei langen KI-Kontexten ist auch Anthropics frühere Preisoptimierung für lange KI-Kontexte relevant. Die vollständigen Angaben zu Modell, Preisen und Änderungen stehen in der Anthropic-Ankündigung.

Quellen

  • Anthropic, „Introducing Claude Opus 5.5“, 22. September 2026
  • Anthropic Claude Platform Docs, „Claude Opus 5.5 model overview“, 22. September 2026
  • Anthropic Claude Platform Docs, „What's new in Claude Opus 5.5“, 22. September 2026