Identitätsprüfung mit der EUDI-Wallet im KYC-Prozess
Die EUDI-Wallet kann Unternehmen dabei unterstützen, verifizierbare Identitätsdaten digital anzufordern und in bestehende KYC-Prozesse einzubinden.
- Daten aus der EUDI-Wallet nutzen
- Identität einfacher prüfen
- KYC-Prozess mit der EUDI-Wallet Schritt für Schritt verstehen
Unternehmen müssen in vielen Geschäftsprozessen wissen, mit wem sie eine Kundenbeziehung eingehen. Dafür dient Know Your Customer, kurz KYC. Je nach Branche und Risiko umfasst der Prozess die Identitätsprüfung sowie weitere Kontrollen und Bewertungen.
Die EUDI-Wallet kann den Schritt der Identitätsprüfung unterstützen. Kunden können ausgewählte Identitätsdaten digital bereitstellen, während das Unternehmen deren Herkunft und Gültigkeit prüft. Weitere KYC-Prüfungen bleiben davon unberührt.
Wie die EUDI-Wallet die Identitätsprüfung verändern kann
Bei vielen digitalen Identitätsprüfungen müssen Kunden persönliche Daten eingeben und Dokumente hochladen. Das Unternehmen prüft diese Angaben anschließend mit einem passenden Identifizierungsverfahren.
Mit der EUDI-Wallet kann dieser Schritt anders ablaufen. Das Unternehmen fragt gezielt die benötigten Identitätsdaten an. Der Nutzer sieht, wer die Daten anfordert und welche Informationen benötigt werden. Erst danach gibt er die ausgewählten Daten frei. Das Unternehmen prüft anschließend, woher die digitalen Nachweise stammen und ob sie gültig sind.
Welche Daten für die Identitätsprüfung relevant sind
Welche Daten ein Unternehmen benötigt, hängt vom jeweiligen KYC-Prozess ab. Dazu können zum Beispiel der Name, das Geburtsdatum, die Staatsangehörigkeit oder die Anschrift gehören.
In der EUDI-Wallet werden solche Angaben als Personenidentifizierungsdaten, auf Englisch Person Identification Data, kurz PID, bereitgestellt. Die Daten stammen aus einer vertrauenswürdigen Quelle und können digital geprüft werden. Das Unternehmen sollte dabei nur die Informationen anfragen, die es für den konkreten Zweck wirklich benötigt.
Der mögliche KYC-Ablauf mit der EUDI-Wallet

Wie kann eine Nutzerreise aussehen?

Schritt 1: Benötigte Daten festlegen
Das Unternehmen prüft zuerst, welche Identitätsdaten für diesen Prozess notwendig sind. Je nach Zweck können dazu zum Beispiel Name, Geburtsdatum oder Anschrift gehören.

Schritt 2: Anfrage an Annas EUDI-Wallet senden
Anschließend sendet das Unternehmen eine Anfrage an Annas EUDI-Wallet. Anna sieht, wer die Daten anfordert, welche Informationen benötigt werden und wofür sie verwendet werden sollen.

Schritt 3: Daten prüfen und freigeben
Anna prüft die Anfrage. Wenn sie zustimmt, gibt sie die ausgewählten Identitätsdaten über ihre EUDI-Wallet frei.

Schritt 4: Nachweise prüfen
Das Unternehmen erhält die digitalen Nachweise und prüft ihre Herkunft, Gültigkeit und technische Integrität. Außerdem wird kontrolliert, ob die Daten zur ursprünglichen Anfrage passen.

Schritt 5: KYC-Prozess fortsetzen
Das Ergebnis der Identitätsprüfung fließt in den weiteren KYC-Prozess ein. Je nach Unternehmen und Risiko können danach zusätzliche Prüfungen erforderlich sein.
Was Unternehmen und Nutzer gewinnen können
Die Identitätsprüfung mit der EUDI-Wallet kann den Prozess für beide Seiten einfacher machen. Nutzer müssen persönliche Daten nicht bei jedem Dienst erneut eingeben oder Dokumente mehrfach hochladen.
Unternehmen erhalten digital prüfbare Nachweise aus einer vertrauenswürdigen Quelle. Das kann manuelle Schritte reduzieren und die Bearbeitung vereinfachen. Gleichzeitig sehen Nutzer, welche Daten angefragt werden, und können gezielt entscheiden, welche Informationen sie freigeben.
| Aspekt | Für Unternehmen | Für Nutzer |
|---|---|---|
| Datenbereitstellung | Digital prüfbare Nachweise aus einer vertrauenswürdigen Quelle | Persönliche Daten nicht bei jedem Dienst erneut eingeben |
| Dokumente und Verarbeitung | Manuelle Schritte reduzieren und die Bearbeitung vereinfachen | Dokumente nicht mehrfach hochladen |
| Transparenz und Kontrolle | Angefragte Identitätsdaten strukturiert erhalten | Sehen, welche Daten angefragt werden, und gezielt über die Freigabe entscheiden |
Identitätsprüfung ist nur ein Teil von KYC
Mit der EUDI-Wallet kann ein Unternehmen prüfen, ob die übermittelten Identitätsdaten gültig sind und aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen. Damit ist jedoch nur ein Teil des KYC-Prozesses abgeschlossen.
Je nach Branche, Geschäftsmodell und Risiko können weitere Prüfungen notwendig sein. Das Unternehmen prüft zum Beispiel, ob der Kunde auf einer Sanktionsliste steht oder als politisch exponierte Person, kurz PEP, besondere Aufmerksamkeit erfordert. Es bewertet außerdem mögliche Risiken der Geschäftsbeziehung und kontrolliert bei Bedarf auch später, ob sich wichtige Kundendaten oder Auffälligkeiten verändert haben. Die EUDI-Wallet liefert Identitätsdaten, übernimmt diese zusätzlichen Prüfungen aber nicht.
So bereiten sich Unternehmen auf die EUDI-Wallet vor
Unternehmen sollten zuerst prüfen, an welcher Stelle die Identitätsprüfung in ihrem KYC-Prozess stattfindet und welche Daten dafür wirklich benötigt werden. Danach können sie festlegen, wie Anfragen an die EUDI-Wallet gestellt und erhaltene Nachweise geprüft werden sollen.
Wichtig sind außerdem passende technische Schnittstellen, klare Zuständigkeiten sowie Regeln für Datenschutz und Datenspeicherung. Vor der Einführung sollte das Unternehmen den Ablauf anhand realistischer Anwendungsfälle prüfen und festlegen, wie bei unvollständigen Daten, technischen Fehlern oder abgelehnten Anfragen vorgegangen wird.
Identitätsprüfung mit der EUDI-Wallet vorbereiten
Unternehmen sollten frühzeitig prüfen, wie sich die EUDI-Wallet in bestehende Identitäts- und KYC-Prozesse integrieren lässt. nimeroo unterstützt dabei, geeignete Anwendungsfälle zu identifizieren, Anforderungen zu strukturieren und einen passenden digitalen Ablauf zu entwickeln.
Sprechen Sie mit uns über Ihren KYC-Prozess und die nächsten Schritte zur Integration der EUDI-Wallet.